Alemannia siegt glanzlos im Derby

Die ersten Herren des TSV Alemannia Freiburg-Zähringen gewinnen ihr 11. Spiel in Folge zum Schluss souverän mit 34:28 gegen die zweite Mannschaft der SG Köndringen/Teningen in heimischer Halle. In einem nicht wunderschön anzusehenden Duell reicht eine starke Phase zu Beginn der zweiten Hälfte, um sich vom Dauerrivalen aus Teningen nachhaltig zu distanzieren und den Erfolg einzutüten.

Zähringen gegen Teningen: Dieses Duell lässt die Herzen der Fans des Breisgauer Handballgeschehens normalerweise in die Höhe schnellen. Das Hinspiel konnte Teningen nach einer brutal starken Leistung in der zweiten Halbzeit deutlich mit 38:31 für sich entscheiden. Im Nachhinein wurden die zwei Punkte jedoch Zähringen anerkannt, da Teningen unerlaubterweise einen Spieler aus der ersten Mannschaft, welche in der dritten Liga spielt, einsetzte. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften lag jedoch noch kürzer zurück: Im Viertelfinale des Verbandspokals dominierte die Alemannia aus Freiburg die SG nach Belieben und gewann auch in der Höhe völlig verdient mit 21:35. Nun sollte sich also ein weiteres Kapitel in diesem dramatischen Mehrakter anschließen, erneut mit dem besseren Ende für Zähringen. Auch die Tabellensituation vor dem Spiel sprach Bände: Während sich der TSV in der Rückrunde stabilisierte und nun um den Aufstieg mitspielt, ist die SG nach einem guten Beginn in die Saison eingebrochen und kämpft um den Abstieg. Somit waren die Rollen vor Beginn der Partie klar verteilt, dennoch hat jedes Derby seine eigenen Regeln.

Teningen versuchte von Beginn an, es dem Heimteam aus Zähringen schwer zu machen und das Tempo zu verschleppen, um den TSV nicht in sein gefürchtetes Tempospiel kommen zu lassen. Zusätzlich agierte die SG im Angriff mit einem zusätzlichen Feldspieler, um die aggressive Zähringer Abwehr nach hinten zu drücken. Die Alemannia erwischte dennoch den besseren Start und Fabio Remensperger im Zähringer Tor einen guten Tag. So konnte sich der TSV über 3:1 auf 6:3 in der zwölften Spielminute absetzen. Doch langsam ging die Taktik des Gästeteams auf, Zähringen agierte in der Defensive viel zu passiv und ließ der Rückraumreihe der SG zum Teil freie Fahrt gewähren. Hinzu kamen ein stockendes Angriffsspiel und magere Abschlüsse, sodass Teningen das Spiel drehen konnte beim 9:10 in der 20. Minute. Die Alemannia berappelte sich in der Folge etwas, festigte die Defensive und konnte dank eines wichtigen 3:0 Laufes vor der Halbzeit mit 15:13 den Weg in die Kabinen antreten.

Dennoch musste in Hälfte zwei mehr kommen vom formstärksten Team der Liga, um die konzentriert und gut spielende Teninger Mannschaft entschieden abzuschütteln. Zuerst ging es munter weiter, fünf Treffer fielen in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit. Luca Bakhashwin erzielte per Sieben-Meter den Anschlusstreffer für Teningen zum 18:15. Dann zündete die Alemannia den Turbo und schaltete einen Gang nach oben. Immer wieder bestrafte die nun viel besser stehende Abwehr das 7 gegen 6 von Teningen durch Ballgewinne und provozierte technische Fehler. Die pfeilschnellen Zähringer Außenspieler trieben durch eiskalte Abschlüsse das Ergebnis in die Höhe. Ein vorentscheidender 7:0 Lauf besiegelte das Teninger Schicksal. Beim 25:15 eine Viertelstunde vor Schluss war der Drops gelutscht. Zähringen erlaubte sich aufgrund der hohen Führung zwar noch einige Nachlässigkeiten und vermeidbare Zwei-Minuten-Strafen, brachte die Führung aber letztlich sicher mit 34:28 ins Ziel und konnte so den nächsten verdienten Derbysieg vor frenetischer Heimkulisse feiern.

Die Mannschaft unter der Leitung von Coach Leif Harting sitzt somit als Drittplatzierter weiter der SG Ohlsbach/Elgersweiher im Nacken und schielt auf den zweiten Tabellenplatz, der zur Relegation in die Oberliga berechtigen würde. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass die Chancen darauf nicht mehr allzu riesig sind, da die Alemannia auf einen Patzer von Ohlsbach in den verbleibenden vier Spielen hoffen und selbst noch beim Tabellenführer aus Knielingen antreten muss sowie weitere schwere Aufgaben zu bestehen hat. Nun steht jedoch erst einmal aufgrund der Osterfeiertage ein spielfreies Wochenende auf dem Programm, welches die Alemannia zur ausführlichen Vorbereitung und Erholung nutzen wird.