Herren 1: Alemannia gewinnt Topspiel in Helmlingen

Die Verbandsliga-Handballer des TSV Alemannia Freiburg Zähringen gehen siegreich aus dem zweiten Topspiel innerhalb von einer Woche hervor. Nach der denkbar knappen 28:29-Heimniederlage vergangenen Sonntag gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach stand mit dem TuS Helmlingen gleich der nächste Großkaliber in den Startlöchern bereit. Beim 33:36 Auswärtssieg nach einem rasanten und hochklassigen Spiel standen Kreisläufer Dominik Rigl und Torhüter Fabio Remensperger im Mittelpunkt, die ihrem Team beide mit herausragenden Leistungen zum Sieg verhalfen. Zum Spieler des Spiels in der Helmlinger Rhein-Rench-Halle wurde der Zähringer Rückraumakteur Simon Eisenblätter gewählt, der nach schwachen ersten 45 Minuten noch rechtzeitig aufdrehte und das Zepter in der Schlussphase in die Hand nahm. Gleichbedeutend mit diesem wichtigen Sieg ist auch das Wiedererlangen der Tabellenführung, wobei jedoch erwähnt werden muss, dass die SG Kappelwindeck/Steinbach mit einem Spiel und einem Minuspunkt weniger auf dem Punktekonto knapp hinter den Freiburgern auf dem zweiten Platz rangiert.

Die Alemannia legte einen wahren Traumstart ins Spiel hin: Nach fünf gespielten Minuten stand es bereits 1:5 für die Freiburger. Helmlingen fand im Angriff überhaupt keine Lösungen, während der TSV jeden Fehler der Gastgeber konsequent im Tempospiel bestrafte. Doch schon früh wurde deutlich, dass das Spiel zu einer Achterbahn der Gefühle werden und von vielen starken Phasen beider Mannschaften geprägt werden sollte. Helmlingen kämpfte sich ins Spiel zurück, nun tat sich die Alemannia plötzlich im Angriff schwer. Nach drei Treffern in Folge von TuS-Linksaußen Tim Karch und einer Zeitstrafe für den Zähringer Rechtsaußen Ruben Wolfarth hatte sich das Momentum schon früh gewendet, die Zähringer Führung schmolz auf 6:8 in der 13. Spielminute dahin. Die Helmlinger Rückraumreihe um Jan Parpart auf der Mitte drehte jetzt richtig auf, die Zähringer Defensive bekam nichts mehr zu fassen und vorne lief in dieser Phase auch kaum etwas zusammen. Der TuS drehte die Partie nach einer weiteren starken Phase zum 12:9 in der 21. Minute. Die Rückraumangreifer der Alemannia taten sich mit der früh heraustretenden, offensiven 6:0-Deckung der Gastgeber sehr schwer, obwohl das Angreifen gegen dieses Abwehrverhalten von den Freiburger Coaches antizipiert und unter der Woche noch im Training erfolgreich umgesetzt wurde. Die Alemannia bäumte sich jedoch nochmals auf und konnte zum 12:12 ausgleichen, woraufhin das Helmlinger Trainerteam sein erstes Time-Out nutzte, um die Partie etwas zu beruhigen. In der Folge war wieder die Alemannia aus Zähringen mehr am Drücker. Dominik Rigl mit zwei Treffern vom Kreis sowie Moritz Bretz mit einem Gegenstoß-Doppelschlag besorgten die 13:17-Führung für den TSV. Jan Parparts letzter Wurfversuch kurz vor Ende der ersten Halbzeit fand mit viel Glück sein Weg ins Ziel, der Ball prallte von der Latte ans Bein von Alemannia-Torhüter Fabio Remensperger und von da ins Tor. Somit ging es mit einem Pausenstand von 14:17 in die Kabinen, die Alemannia hatte sich dank einer starken Phase vor der Halbzeit doch noch ein kleines Führungspölsterchen aufbauen können.

Der Beginn der zweiten Hälfte lief für die Alemannia dann katastrophal: Nachdem kurz zuvor noch in der Halbzeitbesprechung darüber geredet wurde, den TuS jetzt nicht mehr zum Zug kommen zu lassen und den Sack schnell zuzumachen, passierte dann auf dem Spielfeld genau das Gegenteil. Mittelmann Simon Eisenblätter leistete sich viel zu viele technische Fehler und holte sich zu allem Überfluss auch noch eine völlig berechtigte Zeitstrafe nach Trikotziehen ab, während der TuS wie von der Tarantel gestochen anstürmte und einen weiteren 5:0-Lauf hinlegte und so das Spiel zum 19:17 drei Minuten nach Wiederanpfiff drehte. Die zahlreichen Zuschauer in der Rhein-Rench-Halle feierten ihre Mannschaft zurecht frenetisch. Zu diesem Zeitpunkt war es schwer vorstellbar, dass sich der TSV von dieser Schlappe nochmal erholte. Doch die Alemannia ließ sich nicht unterkriegen und zeigte erneut seine große Stärke: Durch die herausragende Breite des Kaders kann immer wieder jemand anderes auf dem Spielfeld überzeugen, und diesmal war es Mittelmann Luca Schreiner, der in einer schwierigen Phase des Spiels in die Bresche sprang. Dank eines erfolgreich verwandelten 7-Meters und eines weiteren Gewalttores stellte er im Alleingang wieder auf Unentschieden, die Zähringer Außen Linus Herzog und Moritz Bretz besorgten dann sogar wieder die Zwei-Tore-Führung beim Stand von 19:21 für den TSV in der 40. Spielminute. Die Alemannia hatte mittlerweile ihre bisher erfolgreich praktizierte offensive 3-2-1-Deckung umgestellt auf eine bewegliche und früh attackierende 6:0-Deckung mit Kreisläufer Dominik Rigl und Mittelmann Simon Eisenblätter im Zentrum. Das Duo riss nun auch im Angriff die Verantwortung an sich: Marc Müller für den TuS erzielte zwar noch einmal zwei Treffer am Stück zum 21:21 und in der Abwehr nahm Helmlingen nun den Zähringer Halblinken Felix Bühler nahezu in Manndeckung aus dem Spiel. Doch die sich eröffnenden Lücken nutzten die angesprochenen Zähringer Simon Eisenblätter und Dominik Rigl im 2 gegen 2 auf der Mitte für sich und erzielten einen Treffer nach dem anderen. Vor allem Dominik Rigl vom Kreis aus blieb bei seinen Versuchen nahezu fehlerfrei und steuerte fünf ganz wichtige Treffer zum Zähringer Sieg bei. So konnte sich Zähringen erneut eine kleine 3-Tore-Führung (26:29) erarbeiten und zwang die Heimmannschaft in der 53. Minute zum letzten Time-Out. Erik Frisch setzte sich im Anschluss unnachahmlich mit all seiner Power im Zweikampf durch und setzte den nächsten Zähringer Nadelstich. Der TuS rannte nun mit all seiner verblieben Kraft an und schaffte es dranzubleiben, doch Linus Herzog in Zusammenarbeit mit Felix Bühler besorgten nach einem Trickspielzug den nächsten Freiburger Treffer. Das Spiel war trotz der fortgeschrittenen Zeit immer noch nicht entschieden, doch einen großen Anteil an dem Bestehenbleiben der Zähringer Führung hatte ein Mann auf Seiten der Alemannia ganz besonders: Keeper Fabio Remensperger. Der Torhüter, der Ende der ersten Halbzeit für Arne Palder ins Zähringer Gehäuse rotierte, drehte jetzt richtig auf und entschärfte Wurf um Wurf der Helmlinger Angreifer, egal ob freie Würfe von außen oder in gemeinsamer Absprache mit dem Innenblock aus dem Rückraum und hielt so seinem Team den Rücken frei. Der TuS entschied sich überraschend früh, in kompletter Manndeckung zu agieren und jagte in letzter Verzweiflung die Zähringer Spieler über das Feld, doch spätestens Schlitzohr Felix Bühler machte den Sack nach einem abgefangenen Pass des gegnerischen Torhüters samt Kontertor zu. Die letzten Treffer der Partie gehörten Ruben Wolfarth und Tim Karch, die jeweils nochmal über die Außenpositionen zum Abschluss kamen. Doch der TuS konnte der Alemannia nicht mehr gefährlich werden, der TSV gewann letztlich mit 33:36 in fremder Halle und buchte die nächsten zwei Punkte auf das eigene Konto.

Ähnlich wie im Rückspiel der vergangenen Saison (32:35) agierten beide Topmannschaften lange auf einem ebenbürtigen Niveau, ehe die Alemannia den längeren Atem hatte und das Spiel am Ende knapp für sich entschied.

Nach nun zwei harten Spielen in Folge geht es für die Alemannia nächsten Sonntag um 18 Uhr zu Hause in Freiburg gegen das Tabellenschlusslicht der SG Ohlsbach/Elgersweiher. Der Zweitplatzierte der vergangenen Saison hat nach einem großen personellen Umbruch einen absoluten Fehlstart in die neue Saison hingelegt und belegt als einziges Team noch ohne Punkte den letzten Tabellenplatz. Dennoch weiß die Alemannia um die Stärke des Teams aus dem Offenburger Umland und wird das Team angeführt von den Gebrüdern Räpple als Coaching-Duo auf keinen Fall unterschätzen. Der TSV freut sich über viele Zuschauer in der Gerhard-Graf-Halle!