H1: Ein Spiel mit zwei Verlierern

Nach dem herausragenden Sieg vergangene Woche gegen den TV Oberkirch ging es für die erste Mannschaft der TSV Alemannia Freiburg-Zähringen diesen Samstag nach Schutterwald, um gegen die dortige Zweite anzutreten. Nach einem sehr zerfahrenen Spiel trennten sich beide Teams mit 32:32. Ein Ergebnis, mit dem beide Mannschaften nach dem Spielverlauf nicht wirklich zufrieden sein konnten.

Die beiden Meister der letztjährigen Landesliga-Nord- und Südstaffeln verbindet mittlerweile eine kleine Historie. Vergangene Saison eliminierte die Alemannia dank einer sehr konzentrierten Leistung die roten Teufel aus der Ortenau im SHV-Pokal-Viertelfinale aus der Pokalsaison und auch in der diesjährigen Vorbereitung gingen die TSV-Akteure nach zwischenzeitlich hohem Rückstand als Sieger vom Platz. Doch genau aufgrund dessen war Vorsicht geboten, kannten die beiden Teams doch mittlerweile jeweils die Stärken und Schwächen der anderen Mannschaft. Und der TuS war nach zwei Niederlagen in Folge sicherlich gewillt, diesen Umstand zu ändern und den ersten Sieg gegen die Freiburger Handballer einzufahren.

Genauso trat das Heimteam zu Beginn des Spiels auch auf. Die Zähringer Gäste taten sich gegen eine harte und disziplinierte Abwehr abartig schwer, es gelangen in den ersten 15 Minuten nur drei Treffer. Der TuS hingegen spielte im Angriff wie aus einem Guss und kam immer wieder über die brandgefährlichen Außen zu klaren Torchancen. Die Alemannia ließ zu diesem Zeitpunkt alles vermissen, was man für ein solches Spiel in der Regel braucht: Härte, Motivation, Wachheit und die nötige Präsenz auf dem Spielfeld. Es gab Phasen der Besserung, die Alemannia kämpfte sich in der 22. Spielminute immerhin auf 15:10 wieder heran, doch genauso folgte auch der nächste Einbruch, denn Schutterwald zog das Tempo nochmal an und erneut auf 19:10 davon. Das Spiel verlief in Phasen, denn dank eines erneuten 4:1-Laufes verkürzte die Alemannia vor der Pause auf „nur noch“ 20:14, doch trotzdem war das viel zu wenig für die hohen Ansprüche der Zähringer, man hatte sich in der ersten Halbzeit einfach abkochen lassen. Doch damit war die Marschroute für die zweiten 30 Minuten glasklar: Alles reinwerfen, mit 120% Überzeugung spielen und irgendwie versuchen, diesen Rückstand noch aufzuholen.

Es sollte teilweise gelingen, die Alemannia zeigte sich in Hälfte zwei viel gefestigter in der Defensive und kämpfte sich dadurch wieder heran. Matze Behr verkürzte kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit auf 22:19 und die Mannschaft merkte, dass noch nichts verloren war. Fast zum identischen Zeitpunkt wie im letzten Spiel, und zwar mit Beginn der Schlussviertelstunde, stellte Simon Eisenblätter für den TSV erstmals auf Unentschieden. Doch das Momentum kippte hin und her. Erneut war es der TuS, der eine stärkere Phase erwischte und wieder auf 29:25 davonzog. Auf beiden Seiten schwanden die Kräfte, die Fehlerzahl häufte sich. Es war der an diesem Tag einzige richtige Lichtblick der Zähringer, Kreisläufer David Manhold, der mit seinem fünften Tor auf 31:30 zwei Minuten vor Schluss stellte. Die Heimmannschaft musste die letzten Minuten des Spiels in Unterzahl verbringen, was der Alemannia die Chance gab, in Manndeckung den Ball zu erobern. Und tatsächlich ging der Plan auf: Zwei Ballgewinne vollendeten Matze Behr und Moritz Bretz zum 32:32. Erneut Unentschieden und noch eine Minute auf der Uhr. Doch die beiden letzten Angriffe beider Teams gingen ins Nichts, was bezeichnend für das gesamte Spiel war, und so blieb es beim 32:32. Beide Teams gingen als gefühlte Verlierer vom Platz. Der TuS Schutterwald, weil er praktisch die gesamte Zeit geführt hat und der TSV Alemannia Freiburg-Zähringen, weil man mit einer Normalleistung das Spiel hätte gewinnen müssen. Doch so blieb es bei der Punkteteilung.

Die Alemannia findet sich damit auf dem geteilten zweiten Platz der Tabelle wieder. Nächste Woche geht es wieder zu Hause in der Jahnhölle gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach, gegen die eine Leistungssteigerung dringend notwendig ist, um die Punkte daheim zu lassen.