Es hat nicht sollen sein: Im Spiel um die Tabellenspitze der diesjährigen Frauen Landesliga Staffel 6 unterliegen die Damen 1 der SG Scutro auswärts in Ichenheim verdient mit 27:20. Das Rennen um die Meisterschaft dürfte damit, auch wenn die SG noch fünf Spiele zu bestreiten hat, vorzeitig entschieden sein.
Dass Zähringen über sich hinauswachsen müssen würde, um gegen die SG Scutro in eigener Halle doppelt zu punkten, war schon im Voraus klar. Im Hinspiel im November hatte der TSV dank einer der bislang stärksten Saisonleistungen zwischenzeitlich zwar mit fünf Toren geführt und am Ende knapp gewonnen (Endstand: 20:19). Dass die SG eine individuell bestens aufgestellte und vor allem gut eingespielte Mannschaft ist, war trotzdem nicht zu übersehen gewesen. Entsprechend souverän präsentiert sich das Team von Trainer Oliver Kronenwitter seither: Mit inzwischen sieben Siegen in Folge und nicht mehr als vier Minuspunkten führt die SG die Tabelle der Landesliga Staffel 6 nach Minuspunkten an.
Vielleicht war es das Wissen darum, wie viel auf dem Spiel steht, das die Alemannia hemmte, vielleicht auch die Tatsache, dass Zähringen ersatzgeschwächt und mit mehreren angeschlagenen Stammspielerinnen antrat. Nach dem 0:1 von Sofia Lösch über die rechte Außenbahn gelang es dem TSV zu keinem Zeitpunkt mehr, die Führung zu übernehmen. Die SG agierte genau, wie TSV-Trainerin Franziska Joseph, die gegen die ein oder andere SG-Spielerin selbst oft genug zwischen den Pfosten gestanden hatte, schon in der Trainingswoche angekündigt hatte: Dreh- und Angelpunkt der SG-Offensive war eine starke Lena Zimmermann auf Rückraum Mitte, die insbesondere ihre Halbspielerinnen mit Tempo, Tiefe und 1:1-Stärke gleich zu Beginn mehrfach in Szene zu setzen wusste. Die sonst so starke Zähringer Defensive verteidigte zwar couragiert, der letzte Pass und die Durchbrüche, die daraus resultierten, konnten aber zu selten verhindert werden. Auch die Anspiele auf Donika Orana am Kreis, auf die Zähringen eigentlich bestens vorbereitet war, gelangen der SG zu oft, und die Abschlüsse waren zu präzise, als dass Zähringen hätte verhindern können, dass die SG sich bis zur 15. Minute auf 9:3 absetzte.
Bis zur Halbzeit fand Zähringen zwar nach und nach mehr ins Spiel und die Abwehr schien langsam mehr Zugriff auf individuell starke SG-Spielerinnen zu bekommen. Auf mehr als 3 Tore (13:10 durch Lisa Arnold, 27. Minute) kamen die Gäste aber bei allen Bemühungen trotzdem nicht heran. Bis zum 15:10-Halbzeitstand vermochten sie den Rückstand, dem sie von Anfang an hinterhergehinkt waren, nicht aufzuholen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte dann lag das Zähringer Comeback in der Luft. Technische Fehler und vergebende Abschlüsse seitens der SG ließen zu, dass das Momentum kippte. Gleich mehrfach bot sich den Zähringerinnen die Chance, den Rückstand zu verringern, wieder ins Spiel zu finden – stattdessen führten Abschlussunsicherheit und Wurfpech dazu, dass bis zur 37. Minute gar kein Tor mehr fiel. Nach der Flaute war es Lena Zimmermann, die für die SG zum 16:10 traf. In der Folge konnten auch eine gute Zähringer Torhüterleistung inklusive zweier gehaltener 7-Meter, das ein oder andere sehenswerte Anspiel auf Svenja Friedlin am Kreis und Lisa Arnold auf Linksaußen sowie drei wichtige Treffer von Luisa Heilemann aus dem Rückraum nichts mehr daran ändern, dass das Spiel entschieden war. Nicht zuletzt von den Schiedsrichterentscheidungen demoralisierte Zähringerinnen schafften es im letzten Spieldrittel nicht, den Rückstand auf weniger als sechs Tore zu verringern (19:13, 41. Minute; 22:15, 46. Minute; 24:17, 57. Minute). Letztlich gewinnt die SG das Topspiel verdient mit 27:20.
Dass die Niederlage in einem so wichtigen Spiel besonders weh tut, steht außer Frage. Fest steht allerdings auch: Nach der Meisterschaft in der Bezirksklasse in der Saison 2023/24 und dem Aufstieg in die Landesliga steht der Zähringer Damenbereich so gut da wie schon lange nicht mehr. Das Team um Trainergespann Lebrecht/Joseph ist in der Zwischenzeit zunehmend konkurrenzfähig geworden und spielt nach dem eher holprigen Start eine sensationelle Saison. Deshalb: Abhaken und weitermachen – in den letzten beiden Heimspielen der Saison geht es schließlich immer noch um die Vizemeisterschaft und ggf. eine Teilnahme an der Relegation.
Am kommenden Samstag (28.03., 16:00) empfangen die Damen 1 den TuS Altenheim. Zwei Punkte sind Pflicht, wenn das Team die Chance auf ein weiteres Endspiel im Derby gegen die SFE Freiburg (03.05., 18:00, Jahnhalle) wahren will.
Es spielten für den TSV: Pauline Harder, Sarah Seemann; Lisa Arnold (5), Emma Bleibtreu, Jule Büssing, Paulina Calma, Svenja Friedlin (4), Luisa Heilemann (3), Anna Hofmann, Jana Knupfer (3), Sofia Lösch (3), Lena Rimpf, Hannah Schraivogel (3).