Die Zähringer Handballer melden sich erfolgreich mit einem umkämpften 25:26 Zittersieg bei der SG Kappelwindeck/Steinbach aus der Winterpause zurück und revanchieren sich damit gleichzeitig für die knappe 27:28 Hinspielniederlage. Nach dem gelungenen Rückrundenauftakt vergangene Woche im Pokal gegen Teningen 2 und dem Ligasieg gegen die SG ERA im letzten Hinrundenspiel stellt dieses Ergebnis winterpausen- und wettbewerbsübergreifend den dritten Sieg in Folge für die Alemannia dar. Garant für den Sieg war der Freiburger Torhüter Arne Palder, der über 60 Minuten in Andi Wolf Manier eine überragende Leistung lieferte und die Schützen der Heimmannschaft reihenweise verzweifeln ließ. Sinan Kantar avancierte mit seinem Treffer in der allerletzten Sekunde des Spiels zum dramatischen Helden der Partie, während Ruben Wolfarth mit einer wahnsinnigen Effizienz von Rechtsaußen und vom 7-Meter-Strich mit insgesamt 10 Treffern zum Toptorschützen der Partie wurde.
Die Anfangsphase war von zwei sehr stark agierenden Abwehrreihen geprägt. Beide Mannschaften agierten offensiv und wollten den Gegner schon früh im Aufbau stören, was beiden Teams auch immer wieder gelang. Ruben Wolfarth gelang nach zwei Minuten mit einem Strafwurf der erste Treffer der Partie. Auf der anderen Seite glich der Rückraumrechte Johannes Höll, im Hinspiel noch der entscheidende Spieler mit 12 Toren, sofort zum 1:1 aus. Die Zähringer taten sich im Angriff offensichtlich schwer, den Ball laufen zu lassen. Einzig und allein Ruben Wolfarth war gut im Spiel, er legte drei der ersten vier Treffer der Alemannia auf. Einfache Ballverluste der Zähringer brachten die SG ins Spiel, Rechtsaußen Jan Keller stand dem Zähringer Rechtsaußen in Nichts nach und verwandelte zweimal nach Tempogegenstoß eiskalt. Beim Stand von 5:4 für die Heimmannschaft fiel für ganze viereinhalb Minuten kein weiterer Treffer, was Folge der weiterhin starken Abwehrarbeit beider Teams war. Arne Palder rettete sein Team in dieser Phase schon ein ums andere Mal mit einigen Glanztaten. Es entwickelte sich in der Folge ein zähes, teilweise auch etwas zerfahrenes Spiel und jeder Treffer war hart erkämpft. Die SG kam besser mit dem Druck zurecht und fand bessere Lösungen im Angriff als die Alemannia, immer wieder zog das Team von Coach Sigurjon Sigurdsson auf zwei bis drei Tore weg. Folgerichtig betrug der Halbzeitstand 13:11 für die Heimmannschaft der SG Kappelwindeck/Steinbach.
Die zweite Hälfte begann dann nicht so, wie die Zähringer Coaches Leif Harting und Paul Sellentin es sich vorgestellt hatten. Mittelmann Tim Schreck erhöhte für sein Team auf 14:11, und nach einem misslungenen Zähringer Angriff erhielt Sinan Kantar nach einem ruppigen Zweikampf eine 2-Minuten-Strafe. Doch in Unterzahl entwickelten die Zähringer Handballer in den letzten Spielen immer wieder unbändige Kräfte, und so auch dieses Mal. Die Abwehr verteidigte mit einem Mann weniger herausragend, Moritz Bretz nutzte zwei Ballgewinne für zwei schnelle Tore. Der Anschluss war wieder hergestellt, und Felix Bühler glich in der 38. Spielminute mit einem Gewaltwurf nach langer Zeit wieder zum 15:15 aus. Die Alemannia war jetzt noch bissiger als zuvor, wollte die SG auf keinen Fall zu einfachen Treffern kommen lassen und nutzte die Chancen im Angriff effizienter. Nach dem 17:15 durch Kaj Leimgruber folgte ein ganz starker 4:0 Lauf der Alemannia, das Spiel war beim Stand von 17:19 erstmals gedreht. Jan Keller, der immer wieder seine spielerische Klasse aufblitzen ließ, antwortete mit zwei schnellen Toren jedoch zum 19:19. Es entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide und die Zähringer konnten sich weiterhin auf ihre größten Stützen verlassen: Ruben Wolfarth traf vorne weiter wie er wollte und Arne Palder verschloss hinten seine Bude. Trotzdem entwickelte sich eine Schlussphase, die spannender nicht hätte sein können: Zwei Minuten vor Schluss netzte Stefan Schmitt aus dem Rückraum unhaltbar in den rechten Knick zum 24:23 für das Heimteam. Matze Behr kämpfte sich im Angriff durch und schweißte die Kugel aus halbrechter Position ebenso in den Winkel, 24:24. Die Defensive der Alemannia, mittlerweile ohne Rotsünder Simon Eisenblätter, aber angeführt und dirigiert von Kreisläufer Lennart Ludwig, verteidigte den nächsten Angriff der Hausherren überragend. Arne Palder fing den Ball sicher in den Händen nach einem Zähringer Doppelblock gegen Stefan Schmitt und Coach Leif Harting nahm 40 Sekunden vor Spielende das letzte Timeout. Es gelang ein gut herausgespielter Angriff, Matze Behr tankte sich durch und zog den 7-Meter, den wie so oft an diesem Tag Ruben Wolfarth sicher verwandelte, 24:25 für die Alemannia. Die SG spielte ihren letzten Angriff ebenso sauber aus wie zuvor Zähringen, sie fanden Christian Gemeinhardt frei am Kreis, der fünf Sekunden vor Schluss zum 25:25 Ausgleich traf. Der Ball geht nach vorne zum Anspiel, Mittelmann Sinan Kantar erhält ihn – und lupft die Kugel mit Ablauf der Spielzeit ins leere Tor der Heimmannschaft, weil diese kurz davor mit dem siebten Feldspieler agierte und der Torhüter noch nicht den Weg zurück ins Tor gefunden hatte, 25:26 für den TSV. Die Halle verstummte, die Zähringer Spieler und Coaches flippten aus vor Freude. Ein harter Kampf wurde am Ende des Tages belohnt und Sinan Kantar zum Helden des Tages.
Nach diesem aufregenden Match geht es nächsten Samstag um 20 Uhr zu Hause in der Jahnhalle gegen das Topteam der SG Ohlsbach/Elgersweiher, gegen das die Alemannia die einzige deutliche Niederlage in der Hinrunde hinnehmen musste und daher auf Wiedergutmachung aus ist. Das Team freut sich über lautstarke Unterstützung in der Halle!